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Brennwerttechnik Praxisvergleich Öl-NT versus Öl-BrennwertÖl-Voll-Brennwert-Technik vs Öl-NT-Technik
Daten zweier identischer Häuser, Erfahrungsbericht
Kaum zu glauben, doch wir sind in der glücklichen Lage, zwei absolut identische Heizungen miteinander vergleichen zu können.
Auf der einen Seite einen ölbetriebenen Voll-Brennwertkessel mit 100 kW Leistung
und auf der anderen Seite einen ölbetriebenen NT-Kessel mit 105 kW Leistung.
Die Gebäude, in denen diese Anlagen betrieben werden, und die Anlagen selber, sind absolut gleich !
So :- beheizen beide die gleiche Wohnfläche,
- haben beide die gleiche Pumpe,
- beheizen beide ein Einrohrsystem mit Gußheizkörpern
- sind Regelungsmäßig beide gleich eingestellt
- beide haben die gleichen Aufheiz- und Absenkzeiten
- beide haben den gleichen Wärmemengenzähler
- beide haben den gleichen Ölzähler
- beide Kessel haben das gleiche Baujahr (1999)
- beide Kessel haben 2-stufige Brenner und 2-stufige Regelungen
- beide Kessel haben die gleiche Leistung (100kW zu 105 kW)
Die Häuser, in denen sie betrieben werden sind sowohl vom Baujahr, Grund- und Wohnfläche,
Isolierstandard, als auch vom Standort (20 m auseinander) absolut gleich.
Die "Belegung" ist vergleichbar, obwohl sich derzeit ein deutlicher Trend dahingehend abzeichnet, daß die Mieter, aufgrund des deutlichen Unterschiedes bei den Heizkosten, von dem einen Haus in das andere wechseln, wenn dort eine Wohnung frei wird. (von daher ist also das "sparsamere Haus" sogar tendenziell mit mehr "Auslastung" beaufschlagt)
Nun könnte man annehmen, wenn man den "Fachleuten" glaubt, daß sich die Verbräuche (zumal bei Öl) allerhöchstens um 6 % unterscheiden würden.
Der Mehrverbrauch des neuen NT-Kessels liegt jedoch mittlerweile bei fast unglaublichen (und selbst von mir als absoluten Vollbrennwert-Fan nicht erwarteten):
über 25 % !!
gegenüber dem Voll-Brennwertkessel !
Wohlgemerkt, dies ist der Mehrverbrauch eines neuen NT-Kessels, nicht der eines 20 Jahre alten Schätzchens !
Und wohlgemerkt, dies ist der Unterschied zu einem ÖL-Brennwert-System, wo doch die vielen selbsternannten Fachleute immer wieder erklären, daß dort Brennwertnutzung überhaupt keinen Sinn haben würde...
Wichtig bei einem Vergleich ist immer, daß die Anlagen die gleichen Voraussetzungen haben, um aussagefähige Ergebnisse zu bekommen.
Das ist jedoch nicht so einfach, da es normalerweise so gemacht wird, daß das gleiche Gebäude vor/nach der Sanierung verglichen wird.
Hier taucht jedoch immer das gleiche Problem auf... Wer sagt denn, daß auch die Temperaturen und/oder das Nutzverhalten der Bewohner sich nicht innerhalb des Testzeitraumes geändert hat ?
( Natürlich "spart" auch ein NT-Kessel 20 % gegenüber einem Altkessel ein, .... wenn der Winter besonders mild war, oder 2 Kinder ausgezogen sind...)
Und selbst wenn die Temperaturen und das Nutzerverhalten absolut gleich wären (was nie der Fall ist), so hat man nur den Vergleich "Neu gegen Alt".
Aber wo ist der Vergleich:
"Neu - NT-Technik" versus "Neu - Brennwert-Technik"?
Bedeutet: "Wieviel könnte ich einsparen, wenn ich anstatt der umweltbelastenderen NT-Technik lieber gleich die zwar etwas teurere, aber letztendlich deutlich umweltfreundlichere und technologisch "Stand der Technik"-Brennwerttechnik einbauen lassen würde ?
Hierzu gibt es derzeit keine fachlich fundierten oder gar wirklich gemessenen Daten.
Diejenigen der Schornsteinfeger, deren Stand der Technik immer noch darauf beruht, daß der feuerungstechnische Wirkungsgrad das Maß aller Dinge ist, machen es sich natürlich ganz leicht:
"Die theoretische Brennwertnutzung ist 6 % (11 %) , also spart man nur maximal 6 % (11 %) ein..." .. bei Öl bzw. (Gas)
Das dies falsch sein muß, ist zwar jedem fachlich Vorgebildetem mit gesundem Menschenverstand klar, weil Raumluftunabhängigkeit und andere brennwertspezifische Dinge eine deutlich höhere Rolle als der theoretische Brennwertnutzeffekt spielen, jedoch wo sind letztendlich die nachvollziehbaren Daten ?
Hier:
NT-Kessel | (in Liter) | (in Liter) | in MWh | in MWh | ( bei 1 L = 10 kWh) | | Ablesedatum | Ölzähler | Differenz | Wärmezähler | Differenz | Ausnutzung | | 05.10.99 | 549 | | 4,30 | | | | 07.10.99 | 658 | 109 | 5,20 | 0,90 | 82,56 % | | 18.10.99 | 1283 | 625 | 10,03 | 4,83 | 77,28 % | | 25.10.99 | 1837 | 554 | 14,29 | 4,26 | 76,90 % | | 01.11.99 | 2238 | 401 | 17,37 | 3,08 | 76,81 % | | 16.11.99 | 3461 | 1223 | 26,71 | 9,34 | 76,37 % | | 21.11.99 | 3981 | 520 | 30,67 | 3,96 | 76,15 % | | 23.12.99 | 6553 | 2572 | 50,83 | 20,29 | 78,88 % | | 04.01.00 | 7473 | 920 | 58,18 | 7,35 | 79,89 % | | 10.05.00 | 18487 | 11014 | 150,89 | 92,71 | 84,17 % | | 21.08.00 | 23072 | 4585 | 190,46 | 39,57 | 86,30 % | | 11.11.00 | 28628 | 5556 | 241,20 | 50,74 | 91,32 % | | 27.11.01 | 48196 | 19568 | 415,54 | 174,34 | 89,10 % | | Summe bei Ultimo | | 47651 | | 411,34 | 86,32 % | | | | | | | | Brennwert | | | | | | | Ablesedatum | Ölzähler | Differenz | Wärmezähler | Differenz | Ausnutzung | | 05.10.99 | 459 | | 3,90 | | | | 07.10.99 | 537 | 78 | 4,62 | 0,72 | 92,31 % | | 18.10.99 | 1046 | 509 | 9,31 | 4,69 | 92,12 % | | 25.10.99 | 1476 | 430 | 13,30 | 3,99 | 92,79 % | | 01.11.99 | 1768 | 292 | 16 | 2,70 | 92,47 % | | 16.11.99 | 2732 | 964 | 24,97 | 8,97 | 93,05 % | | 21.11.99 | 3181 | 449 | 29,18 | 4,21 | 93,76 % | | 23.12.99 | 5323 | 2142 | 49,26 | 20,08 | 93,74 % | 04.01.00 | 6103 | 780 | 56,43 | 7,17 | 91,92
% | 10.05.00 | 14174 | 8071 | 130,61 | 74,18 | 91,91
% | 21.08.00 | 15734 | 1560 | 144,06 | 13,45 | 86,22 % | 11.11.00 | 19183 | 3449 | 175,06 | 31,00 | 89,88 % | 27.11.01 | 36579 | 17396 | 330,94 | 155,88 | 89,61 % | | Summe bei Ultimo | | 36120 | | 326,94 | 90,51 % | | | | | | | | Tabelle und alle Daten (c) 2001 http://www.heizungshelfer.de. Veröffentlichungen nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung von Jürgen Möller. Bitte teilen Sie mir mit, wenn Ihnen diese Tabelle zu Werbe- oder sonstigen Zwecken übermittelt wurde, danke.
E-Mail: jm@heizungshelfer.de
Anhand der Tabelle kann man folgende Aussagen erkennen:
a) Der neue (!) NT-Kessel hat im gleichen Zeitraum über 25 % mehr verbraucht als der Brennwertkessel (36.120 liter zu 47.651 liter), im vorliegenden Fall und Zeitraum 11.531 Liter mehr !
b) Und das, obwohl der Nutzungsgradunterschied nur rund 4 % zugunsten des Vollbrennwertkessels ( 90,51 % zu 86,32 %) beträgt.
c) Das Gebäude, in dem der Brennwertkessel steht, hat rund 20 % weniger Energie abgenommen (411,34 MWh zu 326,94 MWh), wobei diese Minderabnahme vermtl. nicht an einem anderen
Nutzerverhalten, sondern zum Großteil an der Raumluftunabhängigkeit des Brennwertsystemes liegen wird, die dadurch den Gebäudewärmebedarf sinken läßt, als auch an der Regelung, die beim Vollbrennwertsystem mit Selbstoptimierung aufwartet.
Bitte beachten Sie allerdings, daß hier nicht ein herkömmliche Brennwertkessel verglichen wird, sondern ein sogenannter "Vollbrennwertkessel".
Vollbrennwertkessel, wie der hier gezeigte, sind im Gegensatz zu "Normal"- Brennwertkessel
in der Lage, die Abgastemperatur unterhalb der Rücklauftemperatur zu halten !
Somit nutzen diese Systeme auch den Brennwertbereich aus, selbst wenn sie 75 Grad oder mehr fahren, also zum Beispiel auch bei der Warmwasserbereitung.
Ein "normaler" Brennwertkessel hätte in dieser Anlage keine nennenswerte Ersparnis gegenüber dem NT-System erbracht, da diese Anlage eine für normale Brennwerttechnik "unmögliches" Einrohrsystem mit hohen Rücklauftemperaturen besitzt.
Tipp: Ein Einrohrsystem in Verbindung mit einem Normalbrennwertkessel ist übrigens gerade deshalb im Neubaubereich die schlechteste aller Alternativen.
Jetzt könnte man noch anführen, daß es der bessere feuerungstechnische Wirkungsgrad des Brennwertsystems gegenüber dem NT-Kessel ist, der für diese doch sehr überraschenden Zahlen verantwortlich ist...
Hierzu sei gesagt, daß das Voll-Brennwertsystem aufgrund seiner Bauweise natürlich einen bedeutend niedrigeren Abgasverlust aufweist, nämlich 1,5 % gegenüber 5,5 % beim NT-System. Bloß das sind nur 4 % und dies belegt eher die These, daß der feuerungstechnische Wirkungsgrad, also die Abgasverlustmessung nichts, oder fast nichts mit dem Verbrauch einer Anlage zu tun hat.
Was eigentlich aber sofort auffällt ist, daß der Brennwertkessel bedeutend größer ist. Dies erklärt sich dadurch, daß dies ein Vollbrennwertkessel ist, in dessen unterem Teil ein Spezial-Kunststoffwärmetauscher Platz benötigt, damit das System auch bei 80 Grad noch den Brennwertbereich nutzen kann. Dies ist auch der Grund, warum der Nutzungsgrad bei tieferen Außentemperaturen eher konstant bleibt bzw. vermutlich sogar noch besser wird, durch die dann kälter angesaugte Luft mit dem dann höheren Brennwerteffekt. | | Letzte Aktualisierung: 18.02.2006, 18:54 | |